Im Todesfall gibt es einiges zu beachten, hier können Sie lesen welche Vorgehensweisen und Dokumente Sie in jedem Fall benötigen. Ebenso finden Sie hier allgemeine Hinweise.

Was muss im Todesfall erledigt werden?



Es muss ein Arzt verständigt werden, der offiziell den Tod feststellt und einen Totenschein ausstellt. Erst dann können Sie ein Bestattungsunternehmen zur Überführung des Toten beauftragen.

Das beauftragte Bestattungsinstitut übernimmt die Überführung des Toten. Anschließend wird er zum Friedhof, zur Aufbahrungshalle oder zum Krematorium überführt, je nachdem welche Bestattungsart mit dem Bestatter vereinbart wurde. Dann wird ein Sarg oder eine Urne ausgesucht. Bei der KLW GmbH geschieht dies bereits während der Beauftragung.


Wichtige Dokumente die Sie bereithalten müßen ?

Im Sterbefall müssen einige Dokumente kurzerhand zur Verfügung stehen. Die wichtigsten sind diese:

  1. Totenschein vom Hausarzt/Notarzt
  2. Personalausweis des Verstorbenen
  3. Versichertenkarte der Krankenkasse, falls vorhanden
  4. Vertrag für Sterbegeldversicherung oder Bestattungsvorsorge, falls vorhanden
  5. weitere Versicherungsunterlagen

Je nach Familienstand werden diese Dokumente benötigt:

ledig: Geburtsurkunde, Stammbuch
verheiratet: Stammbuch oder Heiratsurkunde
geschieden: rechtskräftiges (unterzeichnet) Scheidungsurteil und Heiratsurkunde oder Stammbuch
verwitwet: Stammbuch mit Sterbeeintrag des Ehepartners oder Heiratsurkunde und Sterbeurkunde des Ehepartners

Ein weiteres wichtiges Dokument ist – falls vorhanden – das Testament des Verstorbenen. Darin hat er möglicherweise Angaben zu Art und Rahmen der gewünschten Bestattung gemacht. Das Testament wird allerdings meistens erst Wochen nach der Beisetzung geöffnet. Eine Trauerfall-Vorsorge hingegen gewährleistet, dass die persönlichen Wünsche des Verstorbenen rechtzeitig und terminunabhängig berücksichtigt werden.

Die allgemeine Bestattungspflicht in Deutschland

Die Pflicht, im Todesfall für eine ordnungsgemäße Bestattung des Leichnams zu sorgen, ergibt sich aus der Totenfürsorge. In Deutschland ist die Bestattungspflicht in den Bestattungsgesetzen der Bundesländer geregelt, die sich jedoch nicht grundlegend unterscheiden. Bestattungspflichtig sind demnach die Angehörigen, abhängig vom Verwandtschaftsgrad.

Vorrangig obliegt dem Ehepartner oder Partner in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft die Bestattungspflicht – und in absteigender Präferenz weiteren Angehörigen, wie etwa den Kindern, Eltern, Großeltern, Geschwistern und Enkelkindern. Um minderjährige Kinder, Enkelkinder oder Geschwister von der Bestattungspflicht auszunehmen, ist diese je nach Bestattungsgesetz an die Volljährigkeit oder die allgemeine Geschäftsfähigkeit des Angehörigen geknüpft. Sind mehrere Personen auf einer Ebene bestattungspflichtig, beispielsweise weil es mehrere Kinder gibt, wird üblicherweise die älteste Person in die Pflicht genommen.

In einigen Bundesländern ist die Bestattungspflicht recht weit gefasst, so dass selbst entfernte Verwandte und Personensorgeberechtigte in der Pflicht stehen. In Hamburg und Bayern etwa zählen sogar Verschwägerte ersten Grades zu den Bestattungspflichtigen. Ausführliche Details zu der Gesetzeslage in den jeweiligen Ländern sind am Ende des Artikels aufgeführt.

Bedeutung der Bestattungspflicht für die Angehörigen?

Neben der Beisetzung im engeren Sinne ergeben sich weitere Pflichten: Dem Bestattungspflichtigen obliegt das Veranlassen einer Leichenschau (Todesbescheinigung) sowie die Sterbefallanzeige beim Standesamt. Das Bestattungsrecht beinhaltet eine Pflicht zur Bestattung auf ausgewiesenen Flächen („Friedhofszwang“), der der Bestattungspflichtige für eine ordnungsgemäße Bestattung ebenfalls nachkommen muss. Aus der Bestattungspflicht resultiert jedoch das Recht, in wichtigen Fragen eine Entscheidung zu treffen, sofern der Verstorbene hierzu keine eigenen Verfügungen getroffen hat – insbesondere hinsichtlich der Art der Bestattung sowie der Auswahl von Friedhof und Grabl.

Die Bestattungspflicht ist dabei unabhängig von der Erbrechtslage und davon, ob überhaupt ein vererbbares Vermögen vorhanden ist. Auch in dem Fall, dass ein Bestattungspflichtiger sein Erbe ausschlägt, steht er gegenüber dem Verstorbenen weiterhin in der Bestattungspflicht. Ein Erbe wiederum, der selbst nicht bestattungspflichtig ist, hat nicht das Recht, über die Art und Weise der Bestattung zu bestimmen. Eine Ausnahme bildet das Bundesland Rheinland-Pfalz, wo abweichend vor den Familienangehörigen vorrangig der Erbe bestattungspflichtig ist.

Weigert sich ein Bestattungspflichtiger trotz bestehender Bestattungspflicht, sich um die Bestattung zu kümmern, wird das örtliche Ordnungsamt – im Wege der Ersatzvornahme – die Bestattung veranlassen und dem Bestattungspflichtigen die Kosten später in Rechnung stellen.

Wer muss die Kosten einer Bestattung tragen?

Grundsätzlich hat derjenige, der in der Bestattungspflicht steht, die Kosten zu tragen oder dem zu ersetzen, der die Bestattung veranlasst hat. Für den Fall, dass der Nachlass des Verstorbenen zur Deckung der Kosten nicht ausreicht, steht der Bestattungspflichtige mit seinem Privatvermögen dafür ein. Verfügt auch der Bestattungspflichtige über kein Vermögen, aus dem er die Kosten bestreiten könnte, kommt in letzter Instanz der Staat dafür auf („Sozialbestattung“).

Hinterlässt allerdings der Verstorbene ein Vermögen und gehört der Bestattungspflichtige selbst nicht zu den Nutznießern, muss der Erbe für die Kosten aufkommen. Die Pflicht zur Kostentragung ist in § 1968 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) geregelt. Dort heißt es: „Der Erbe trägt die Kosten der Beerdigung des Erblassers.“

Ausnahmen von der Pflicht zur Kostentragung?

Ausnahmen sind nicht vorgesehen! Selbst ein fehlender Kontakt zwischen dem Verstorbenen und dem Bestattungspflichtigen entbindet letzteren nicht von der Bestattungspflicht.

Ein Sonderfall liegt lediglich bei einem Todesfall mit Fremdverschulden vor. In solchen Fällen steht der Todesverursacher in der Kostentragungspflicht – die Angehörigen des Opfers können von ihm die Bestattungskosten zurückverlangen. Dies regelt § 844 BGB, Absatz 1: „Im Falle der Tötung hat der Ersatzpflichtige die Kosten der Beerdigung demjenigen zu ersetzen, welchem die Verpflichtung obliegt, diese Kosten zu tragen.“ Eine verschuldensunabhängige Sonderregelung für tödliche Unfälle im Straßenverkehr enthält zudem das Straßenverkehrsgesetz (§ 10 StVG)


Sterbegeld

Sterbegeld – Ihr gutes Recht?

Es ist noch gar nicht lange her, da hatte jeder deutsche Bürger ein Anrecht auf Sterbegeld vom Staat. Diese gesetzlich vorgeschriebene Zahlung sollte eine würdige Bestattung garantieren und die Angehörigen entlasten. Seit dem Jahr 2004 erhalten nur noch wenige privilegierte Gruppen ein Sterbegeld. Also müssen Sie selbst für den Todesfall vorsorgen.

Ausnahmen gibt es nur für:

Opfer von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten

Arbeitnehmer mit besonderen Vertragsleistungen

Kriegsopfer und andere Berechtigte gemäß Bundesversorgungsgesetz

Beamte des Bundes und der Länder

Gesetzliches Sterbegeld

Das allgemeine, allen krankenversicherten Bürgern zustehende Sterbegeld wurde mit Ablauf des Jahres 2003 aus dem deutschen Sozialgesetzbuch gestrichen. Bis dahin zählte es zum verbindlichen Leistungskatalog der Krankenkassen.

Das Sterbegeld der gesetzlichen Unfallversicherung besteht weiterhin fort. Falls Sie an einem Arbeitsunfall oder einer nachgewiesenen Berufskrankheit sterben, zahlt Ihre Unfallversicherung einen festen Betrag plus eventuelle Überführungskosten an Ihre Hinterbliebenen. Diese Summe wird jährlich angepasst und beträgt derzeit gut 5000 Euro.

Als Arbeitnehmer, Auszubildender oder Schüler sind Sie automatisch unfallversichert. Aber auch private Unfallversicherungen bieten vergleichbare Leistungen an.

Sterbegeld von der Krankenkasse?

Das Sterbegeld der Krankenversicherung ist ersatzlos abgeschafft worden. Leider haben Sie weder gegenüber der privaten noch der gesetzlichen Krankenkasse Anspruch auf Todesfallleistungen.

Bei seiner Abschaffung 2003 betrug das Sterbegeld nur noch 525 Euro – viel zu wenig für eine Bestattung, die heutzutage im Durchschnitt rund 7000 Euro kostet. Schon seinerzeit wäre also der Abschluss einer privaten Sterbegeldversicherung sehr sinnvoll gewesen.

Sterbegeld von der Rentenversicherung (Sterbevierteljahr)

Die gesetzliche Rentenversicherung zahlt kein Sterbegeld aus. Allerdings gibt es eine andere finanzielle Unterstützung: Im sogenannten Sterbevierteljahr bekommt der hinterbliebene Ehepartner die volle Witwen-/Witwerrente ausgezahlt. Erst anschließend sinkt der Rentenanspruch auf die üblichen 55 bzw. 60 Prozent der „großen Witwenrente“.

Das Sterbevierteljahr beginnt in dem Monat nach Ihrem Tod. Wie groß die finanzielle Entlastung für Ihren Ehepartner sein wird, hängt bei dieser Prozentrechnung von Ihrer bisherigen Rentenhöhe ab. Bezieher kleiner Renten profitieren am wenigsten.

Sterbegeld vom Arbeitgeber (öffentlicher Dienst)

Die Mehrheit der Angestellten und Arbeiter hat auch vom Arbeitgeber keinerlei Sterbegeld zu erwarten. Mehr Glück haben Sie vielleicht, wenn Sie im öffentlichen Dienst beschäftigt sind: In manchen Tarifverträgen ist weiterhin ein Sterbegeld festgeschrieben. Auch wenn Sie eine betriebliche Altersversorgung beziehen, könnten Sie zu dem begünstigten Personenkreis gehören. Erkundigen Sie sich im Zweifel bei Ihrem Arbeitgeber oder Ihrer gewerkschaftlichen Vertretung, ob und in welcher Höhe für Sie Sterbegeld vertraglich vereinbart wurde.

Die Zahlungen können in verschiedener Form erfolgen. Entweder überweist der Arbeitgeber das „Gehalt“ für weitere Monate über den Tod hinaus oder er leistet (zweckgebundene) Zuschüsse zu den realen Beerdigungskosten.

Sterbegeld für Beamte

Am günstigsten ist die Rechtslage derzeit noch für Beamte. Hinterbliebene Ehepartner haben laut Beamtenversorgungsgesetz Anspruch auf eine Einmalzahlung. Sie beträgt zwei Monatsbezüge beziehungsweise zwei Beamten-Ruhegehälter. Gibt es keinen Ehepartner mehr, geht die Zahlung normalerweise an die Kinder. Allerdings bestehen für Landesbeamte aus verschiedenen Bundesländern unterschiedliche Regelungen. Sind Sie hinterbliebener Ehepartner eines Beamten, ohne selbst in einem Beamtenverhältnis zu stehen oder gestanden zu haben, erhalten Ihre Kinder keine entsprechenden Zahlungen.

Auch als Beamter oder Angestellter im öffentlichen Dienst können Ihre Angehörigen nicht automatisch mit einem hohen Sterbegeld rechnen. Entscheidend sind immer die persönlichen Rahmenbedingungen. Ein niedriger Beamtensold kann in manchen Bundesländern über eine spezielle Beihilfe ergänzt werden. Dennoch sollten Sie als geringverdienender Beamter darüber nachdenken, die Absicherung mit Hilfe einer zusätzlichen Sterbegeldversicherung aufzustocken.

Ist das Sterbegeld steuerfrei?

Unter Umständen müssen Sie beziehungsweise Ihre Angehörigen damit rechnen, das zustehende Sterbegeld versteuern zu müssen. Damit verringert sich der real verfügbare Betrag durch die individuell berechnete Einkommenssteuer.

Angehörige müssen das Sterbegeld, das aufgrund einer betrieblichen Vereinbarung ausgezahlt wird, voll versteuern. Gesetzlich werden diese Einnahmen wie Kapitallebensversicherungen behandelt. Entscheidend bei der Ermittlung der Steuerhöhe ist die Steuerklasse des Empfängers.

Ähnliches gilt im Regelfall auch für das Sterbegeld von Beamten.

Steuerfrei sind Auszahlungen der Sterbegeldversicherungen an die Hinterbliebenen (anders als bei Auszahlungen zu Lebzeiten).

Das Sterbegeld unterliegt nicht der Sozialversicherungspflicht. Es werden also keine Krankenkassen- und Rentenbeiträge fällig. Im konkreten Einzelfall sind die Steuerregelungen durchaus komplex. So kann für das Sterbegeld der privaten Unfallversicherung Erbschaftssteuer anfallen, für die anderen Formen in aller Regel nicht.


Das Erbe

Das Erbe: Das kommt auf Sie zu!

Kaum ist ein lieber Mensch gestorben, schon müssen Sie sich als Angehöriger um komplizierte und lästige Formalitäten kümmern. Vor allem eine bevorstehende Erbschaft kann zwiespältige Gefühle auslösen. Manches Erbe belastet emotional – ein anderes besteht nur aus Schulden. Aber selbst wenn die Hinterbliebenen das Erbe ausschlagen, müssen sie für die Bestattung aufkommen.

Das sind die wichtigsten Aufgaben und Entscheidungen, die auf Sie zukommen:

Klärung der Erbfolge, Recherche nach einem Testament

Annahme oder Ablehnung der Erbschaft

Eventuell Beantragung eines Erbscheines

Erbengemeinschaft und Auseinandersetzung des Erbes

Begleichung der Erbschaftssteuer und von Schulden des Erblassers

Hatte der Verstorbene eine Sterbegeldversicherung abgeschlossen? Dann ist wenigstens dafür gesorgt, dass die Bestattung nicht zur finanziellen Belastung für Sie oder andere Hinterbliebene wird.

Gesetzliche Erbfolge oder Festlegung im Testament

Hatte der Verstorbene (der im Juristendeutsch „Erblasser“ genannt wird) einen Erbvertrag oder ein gültiges Testament hinterlassen, so ist dieses für die Erbfolge maßgeblich. Für seine Rechtsgültigkeit muss dieser „letzte Wille“ nicht notariell beglaubigt sein. Allerdings musste der Erblasser bei vollständiger geistiger Gesundheit sein und bei der Niederschrift einige formale Bedingungen erfüllen. In Deutschland gibt es mittlerweile ein digitales Testamentsregister, das für Nachforschungen von Notaren und Nachlassgerichten zur Verfügung steht.

Findet sich nirgendwo ein Testament, gilt automatisch die gesetzliche Erbfolge. Außerdem steht den nächsten Angehörigen in beinahe jedem Fall ein sogenannter Pflichtteil zu – ganz gleich, was das Testament festlegt. Praktisch niemand kann also gänzlich „enterbt“ werden.

Wie sieht die gesetzliche Erbfolge aus?

Das komplexe deutsche Erbschaftsrecht unterscheidet Erben verschiedener „Ordnungen“, die in absteigender Reihenfolge zum Zuge kommen. Gibt es in einer Ordnung niemanden, geht das Erbrecht auf die jeweils nächste Ordnung über, bis einer oder mehrere gleichberechtige Erben gefunden sind. Aber auch innerhalb jeder Ordnung besteht eine Hierarchie, wobei die nächsten Angehörigen ihre jeweiligen Nachkommen von der Erbfolge ausschließen.

Ordnung: Ehegatte, Kinder; falls nicht vorhanden nacheinander Enkel, Urenkel und weitere „Abkömmlinge“ des Verstorbenen

Ordnung: Eltern; falls nicht vorhanden nacheinander Geschwister, Nichten, Neffen usw.

Ordnung: Großeltern; falls nicht vorhanden nacheinander Onkel, Tanten, Cousins, Cousinen usw.

Ordnung: Urgroßeltern; falls nicht vorhanden nacheinander Großonkel, Großtanten usw.

Eine besondere rechtliche Stellung genießt der überlebende Ehepartner. Dieser erbt (sofern weitere Erben erster Ordnung vorhanden sind) ein Viertel der „Erbmasse“. Führten der Verstorbene und sein Ehepartner eine Zugewinngemeinschaft, was oft der Fall ist, erhöht sich der Anteil des Ehepartners auf die Hälfte.

Wenn Sie als Hinterbliebener bei einem Nachlassgericht einen Erbschein beantragen, stellt das Gericht alle notwendigen Nachforschungen an und ermittelt die Erben.

Wer braucht einen Erbschein?

Ein Erbschein ist ein amtliches Dokument, das nachweist, welchen Personen welches Erbteil zusteht. Hat der Verstorbene Immobilien hinterlassen, ist ein Erbschein erforderlich, damit der Grundbucheintrag entsprechend den neuen Besitzverhältnissen geändert werden kann. Unter zwei Bedingungen ist der kostenpflichtige Erbschein allerdings verzichtbar:

Der Nachlass enthält keine Immobilien.

Es liegt ein notarielles Testament oder ein Erbvertrag vor.

Als potenzieller Erbe können Sie einen Erbschein beim zuständigen Nachlassgericht (am zuständigen Amtsgericht des Verstorbenen) beantragen. Das Dokument wird auch für Erbengemeinschaften ausgestellt.

Ganz wichtig für die Bestattungskosten: Mit Hilfe von Erbschein, Testament oder Erbvertrag können Sie der Bank des Verstorbenen Ihr Erbrecht nachweisen. So können und dürfen Sie offene Rechnungen vom Konto des Erblassers begleichen.

Erbe mit Schulden ausschlagen

Zur Erbschaft zählt das gesamte Vermögen eines verstorbenen Menschen, einschließlich Geld, Sparkonten und Wertgegenständen – aber auch inklusive seiner Schulden wie rückständige Mieten oder laufende Kredite. Übersteigen die Schulden die vorhandenen Werte, ist das für viele Menschen ein guter Grund, ein Erbe auszuschlagen.

Möchten Sie ein Erbe nicht annehmen, müssen Sie darüber innerhalb von sechs Wochen das Nachlassgericht informieren. Mit den Schulden verzichten Sie zugleich auf alle Ansprüche, auch auf den Pflichtteil am Erbe. Versäumen Sie die Sechs-Wochen-Frist, müssen Sie für sämtliche Verpflichtungen des Verstorbenen einstehen, seien sie noch so kostspielig. Dafür haften Sie sogar mit Ihrem eigenen Vermögen.

Erbe ausgeschlagen – wer zahlt die Beerdigung?

Jeder in Deutschland verstorbene Mensch hat das Recht auf eine würdige Beisetzung. Die Kosten tragen in aller Regel die Erben. Auch ein ausdrücklicher Verzicht auf das Erbe schützt nicht vor den Beerdigungskosten. Von dieser gesetzlichen Verpflichtung gibt es nur eine Ausnahme: Ist der Erbe ebenfalls mittellos, kann er eine Sozialbestattung beantragen, die das Sozialamt übernimmt. In diesem Fall erhält der Verstorbene vermutlich nicht die Beerdigung, die er sich zu Lebzeiten gewünscht hätte.

Wollen Sie ein solches Dilemma für den Fall Ihres eigenen Todes ausschließen? Dann ist eine leistungsfähige Sterbeversicherung die richtige Wahl. Diese deckt alle Beerdigungskosten und schützt Ihre Erben vor finanziellen Engpässen.

Das Wichtigste zur Erbschaftssteuer

Grundsätzlich erhebt der deutsche Staat eine Erbschaftssteuer, die nach der Höhe des ererbten Vermögens gestaffelt ist. Insbesondere für nahe Angehörige bestehen aber hohe Freibeträge. So sind in Regel steuerfrei:

für Ehegatten und Lebenspartner € 500.000

für Kinder € 400.000

für Enkelkinder € 200.000

für Eltern und Großeltern € 100.000

für andere Erben € 20.000

Nicht selbst genutzte Immobilien und hohe Sachwerte werden geschätzt und mitberechnet. Alles in allem stehen die Chancen aber gut, dass Sie im Falle einer Erbschaft keine oder nur wenig Steuern zahlen müssen.

Erbengemeinschaft und Auseinandersetzung

Häufig erben einige Menschen mit gleichen Rechten, zum Beispiel weil der Verstorbene mehrere Kinder hatte. Damit bilden die Erben automatisch eine sogenannte Erbengemeinschaft. Diese Gruppe kann nur einvernehmlich über das geerbte Vermögen entscheiden. Soll etwas verkauft, gekauft oder Geld neu angelegt werden, müssen sich alle Beteiligten einig sein.

Die Erfahrung zeigt, dass so viel Einmütigkeit selten von Dauer ist. Daher folgt in vielen Fällen bald der nächste Schritt: die „Auseinandersetzung“ des Nachlasses. Dazu setzt meistens ein Notar einen Vertrag auf, welcher Erbe welchen Teil erhalten soll. Barvermögen wird verteilt, Konten werden aufgelöst, manche Sachwerte ausbezahlt.

Komplizierter wird es bei Immobilienbesitz: Um beispielsweise das Eigenheim des Erblassers wertmäßig gerecht zu teilen, müsste es zunächst (möglicherweise unter Verlusten) verkauft werden. Um dies zu vermeiden, bleiben manche Erbengemeinschaften dauerhaft bestehen.

Eine Erbschaft zu regeln, fordert Ihnen einiges Durchhaltevermögen ab. Sehen Sie insbesondere genau hin, ob Sie das Erbe wirklich annehmen wollen. Hatte der Verstorbene eine Sterbegeldversicherung abgeschlossen, sind wenigstens die Bestattungskosten bereits gedeckt. Bei der Bewältigung weiterer Rechtsfragen helfen Ihnen Notare, Steuerberater und Rechtsanwälte gerne weiter.